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Hey, ich bin Endre - der Inhaber von fokus fernweh. Ich hoffe, dass ich Euch inspirieren kann, neue Orte zu entdecken und die Welt zu bereisen! Ob Ihr erfahrene Globetrotter seid oder gerade erst mit dem Reisen begonnen habt - ich hoffe, Ihr findet hier die Motivation und die Informationen, die Ihr für Eure Unternehmungen braucht!

Ajuy auf Fuerteventura: Schwarzer Sand, steile Klippen und ein Hauch kanarische Romantik

  • Autorenbild: Endre Lommatzsch
    Endre Lommatzsch
  • 5. Juli
  • 8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 6. Juli

An der Westküste Fuerteventuras, fernab der großen Badeorte, liegt Ajuy. Ein kleines Fischerdorf, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt. Wer sich aber die Zeit nimmt, hierherzufahren, wird mit einer Küstenlandschaft belohnt, die so rau und ursprünglich ist, wie man sie auf der Insel nur selten findet. Ajuy steht für schwarze Strände, schroffe Felsen und die berühmten Höhlen, die tief ins Vulkangestein schneiden. Früher sollen Piraten hier Zuflucht gefunden haben, heute lockt der Ort vor allem Neugierige, Wanderer und alle, die dem touristischen Trubel für ein paar Stunden entkommen wollen.

Ajuy Fuerteventura Kanaren Spanien

Inhaltsverzeichnis

Ajuy - das Dorf am Ende der einsamen Landstraße

Es gibt auf Fuerteventura Orte, die muss man ein bisschen suchen. Ajuy gehört genau in diese Kategorie. Das kleine Fischerdorf liegt an der wilden Westküste der Insel, weit weg von den bekannten Ferienorten und den typischen Postkartenstränden. Wer hierher will, muss bewusst abbiegen. Und wer angekommen ist, merkt schnell, dass Ajuy nicht einfach irgendein Ort am Meer ist.


Die Straße nach Ajuy führt Euch durch eine Landschaft, die fast schon surreal wirkt. Weite Ebenen, karge Hügel, trockene Felder. Die wenigen Häuser und Windräder am Wegesrand wirken verloren in dieser kargen Umgebung. Und doch hat genau diese Strecke ihren ganz eigenen Charme. Je näher Ihr dem Dorf kommt, desto deutlicher hört Ihr das Rauschen des Atlantiks, der hier ungebremst gegen die Küste schlägt.



Ajuy selbst besteht nur aus ein paar weißen Häusern, einem kleinen Platz, einem schwarzen Sandstrand und ein paar Restaurants. Mehr braucht es auch nicht. Die Zeit scheint hier langsamer zu laufen. Keine Hotelburgen, keine Souvenirstände, kein Gedränge. Stattdessen Fischerboote, Möwen und die salzige Brise, die vom Meer herüberweht.


Die Geschichte des Dorfes reicht weit zurück. Früher lebten die Menschen hier fast ausschließlich vom Fischfang. Noch heute liegen die kleinen Boote am Strand, und wenn Ihr am späten Nachmittag durch die Gassen schlendert, seht Ihr vielleicht, wie die Fischer ihren Fang des Tages ausladen oder die Netze flicken. In den Lokalen landet dann meist genau das auf dem Teller, was wenige Stunden zuvor noch im Atlantik schwamm. Frischer geht es kaum.


Schon von weitem fallen die dunklen Felsen der Steilküste ins Auge. Rau, schroff und beeindruckend bilden sie den Abschluss der Insel nach Westen hin. Und direkt dahinter beginnt das, was Ajuy für viele Besucher so besonders macht: die berühmten Höhlen, die tief ins Vulkangestein führen. Aber dazu später mehr.


Schwarzer Sand und wilde Wellen

Schon beim ersten Blick auf den Strand von Ajuy wird klar, dass dieser Ort anders ist als die typischen Badebuchten der Insel. Statt feinem, hellen Sand erwartet Euch hier ein breiter Streifen aus dunklem Lavasand, der im Sonnenlicht fast metallisch schimmert. Der Kontrast zum türkisfarbenen Atlantik könnte stärker kaum sein. Kein Wunder, dass viele Besucher erstmal innehalten, bevor sie den Strand betreten.


Der schwarze Sand erinnert Euch sofort daran, dass Fuerteventura eine Vulkaninsel ist. Die Farbe kommt vom Vulkangestein, das über Jahrtausende zu feinem Sand zermahlen wurde. Solche Strände gibt es auf den Kanaren öfter, aber hier in Ajuy wirkt das Zusammenspiel aus schwarzem Sand, rauer Steilküste und tiefblauem Meer besonders eindrucksvoll.

Ajuy Fuerteventura Kanaren Spanien

Trotz seiner Schönheit ist der Strand von Ajuy kein typischer Ort zum Baden. Die Atlantikwellen treffen hier ungebremst auf die Küste. Die Strömung kann stark sein, die Brandung ist laut und kraftvoll. Selbst erfahrene Schwimmer sollten sich gut überlegen, ob sie hier ins Wasser gehen. Für einen gemütlichen Strandtag mit Handtuch und Sonnenbad eignet sich Ajuy also nur bedingt.


Dafür ist der Strand perfekt, um spazieren zu gehen, die Wellen zu beobachten oder Fotos zu machen. Besonders in den Morgen- oder Abendstunden, wenn das Licht weicher wird, bietet der schwarze Sand spannende Motive. Das Glitzern der nassen Steine, die weißen Gischtkronen auf den Wellen und die dramatische Kulisse der Klippen machen diesen Strand zu einem kleinen Paradies für Fotografen.


Wenn Ihr am Rand des Strandes entlanglauft, entdeckt Ihr die typischen Lavabrocken und Felsformationen, die das Bild von Ajuy prägen. Die Natur hat hier ganze Arbeit geleistet. Wind, Wasser und Zeit haben den Küstenabschnitt in eine wilde Landschaft verwandelt, die so ursprünglich wirkt, als wäre sie gerade erst entstanden.


Was den Strand von Ajuy außerdem besonders macht, ist die Ruhe. Auch wenn an schönen Tagen einige Ausflügler hierherkommen, bleibt es meistens entspannt. Kein Lärm, keine Musik aus Strandbars, keine Sonnenliegen. Stattdessen hört Ihr das Donnern der Wellen und das Kreischen der Möwen, die über der Küste kreisen.


Die Höhlen von Ajuy

Die Höhlen von Ajuy sind der eigentliche Grund, warum sich viele Besucher überhaupt auf den Weg in dieses abgelegene Dorf machen. Und das vollkommen zurecht. Die sogenannten Cuevas de Ajuy gehören zu den beeindruckendsten Naturphänomenen der Insel. Sie liegen am Ende eines gut ausgebauten Küstenpfades und führen tief ins Innere der steilen Felswand.


Die Höhlen sind das Ergebnis von Millionen Jahren Erosion. Wind, Wellen und Wetter haben das vulkanische Gestein ausgehöhlt und bizarre Formen geschaffen. Dabei entstanden mehrere große Grotten, die teilweise so tief in den Fels reichen, dass Euch das Tageslicht am Ende nur noch schwach begleitet.


Früher sollen die Höhlen nicht nur Versteck für Piraten gewesen sein, sondern auch als Schmugglerversteck oder Unterschlupf für Fischer gedient haben. Ob das stimmt, weiß heute niemand mehr so genau. Die Geschichten rund um Ajuy ranken sich oft irgendwo zwischen Legende und Wirklichkeit. Fest steht aber, dass der Ort mit seiner wilden Küste früher gefährlich war und sich so mancher Seeräuber hierher zurückzog.


Der Weg zu den Höhlen beginnt am Rand des Dorfes und führt Euch zunächst an der Steilküste entlang. Der Pfad ist einfach zu gehen, fest angelegt und bietet tolle Ausblicke auf das Meer. Ihr kommt an alten Kalksteinöfen vorbei, die an die Zeit erinnern, als hier Kalk abgebaut und verschifft wurde. Diese Öfen sind stumme Zeugen einer vergangenen Industrie, die Ajuy einmal kurzzeitig auf die wirtschaftliche Landkarte brachte.

Ajuy Fuerteventura Kanaren Spanien

Nach etwa 15 bis 20 Minuten Fußweg erreicht Ihr schließlich den Eingang zu den Höhlen. Dort geht es über natürliche Felsstufen und schmale Wege direkt hinein in das vulkanische Gestein. Drinnen erwartet Euch eine fast schon unheimliche Stille. Nur das Rauschen des Meeres dringt gedämpft bis hierher. Die Wände wirken rau und dunkel, an manchen Stellen könnt Ihr die Gesteinsschichten erkennen, die durch vulkanische Prozesse entstanden sind.


Die größten Höhlen von Ajuy sind beeindruckend hoch und weitläufig. Je nach Tageszeit und Lichtverhältnissen wirken sie mal düster, mal geheimnisvoll. Bei gutem Wetter könnt Ihr sogar durch eine Öffnung wieder aufs offene Meer blicken. Aber Vorsicht: die Felsen können rutschig sein, vor allem wenn die Brandung hoch steht oder es zuvor geregnet hat.


Frischer Fisch mit Meerblick - Einkehren in Ajuy

Nach der kleinen Wanderung zu den Höhlen oder einem Spaziergang am schwarzen Strand meldet sich bei den meisten irgendwann der Hunger.


Ajuy wäre kein echtes kanarisches Fischerdorf, wenn es hier nicht auch die passende Küche geben würde. Und auch wenn der Ort klein ist, müsst Ihr beim Essen keine Kompromisse eingehen. Die Restaurants in Ajuy sind überschaubar, aber gerade das macht sie so charmant. Statt großer Speisekarten und Touristenmenüs gibt es hier vor allem eines: frischen Fisch, einfache kanarische Gerichte und den Blick auf den Atlantik inklusive.


Besonders beliebt ist das Café del Mar Ajuy, das direkt am Wasser liegt. Hier sitzt Ihr mit den Füßen fast im Sand, hört das Rauschen der Wellen und könnt Euch durch die Tageskarte probieren. Die Auswahl variiert je nach Fang der Fischer, die Boote liegen schließlich nur ein paar Schritte entfernt am Strand. Neben Fischgerichten bekommt Ihr hier auch Tapas, Salate und Kleinigkeiten für zwischendurch. Das Café ist gemütlich, die Atmosphäre entspannt, die Bewertungen sprechen für sich.

Ajuy Fuerteventura Kanaren Spanien

Ein weiterer Tipp für alle, die es traditionell mögen, ist das kleine Restaurante La Pescadora. Das Lokal liegt etwas zurückversetzt, aber der kurze Weg lohnt sich. Hier wird bodenständig gekocht, ohne Schnickschnack. Auf den Teller kommt das, was die Insel hergibt. Fisch, Papas Arrugadas, Mojo-Saucen und kanarische Klassiker stehen hier im Mittelpunkt. Perfekt für alle, die es authentisch mögen und keine Lust auf überteuertes Touristenessen haben.


Wem der Sinn nach kleinen Gerichten und einer lockeren Runde steht, der ist im La Jaula de Oro gut aufgehoben. Das Lokal ist bekannt für seine Tapas und eine entspannte Atmosphäre. Hier könnt Ihr Euch durch die Karte probieren, verschiedene Kleinigkeiten bestellen und dabei den Blick aufs Meer genießen. Ideal für alle, die sich nach dem Spaziergang an der Küste noch ein bisschen Zeit nehmen wollen.


Nützliche Tipps für Euren Besuch

Ajuy liegt zwar etwas abgelegen, aber genau das macht den Reiz des kleinen Küstendorfs aus. Damit Ihr Euren Besuch stressfrei genießen könnt, kommen hier ein paar praktische Tipps, die Euch die Planung erleichtern.


Am besten erreicht Ihr Ajuy mit dem Mietwagen. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es zwar auf Fuerteventura, aber die fahren selten direkt ins Dorf. Die Anfahrt über die FV-621 führt Euch durch die trockene Hügellandschaft des Inselinneren. Allein die Fahrt lohnt sich schon wegen der Ausblicke. Rechnet etwa 40 Minuten ab Puerto del Rosario oder 20 Minuten ab Pájara. Parkplätze findet Ihr am Ortseingang von Ajuy ausreichend. An sehr gut besuchten Tagen kann es aber trotzdem mal eng werden, vor allem zur Mittagszeit.


Wenn Ihr die berühmten Höhlen von Ajuy erkunden wollt, denkt an festes Schuhwerk. Der Weg dorthin ist zwar ausgebaut, aber stellenweise steinig und uneben. In Flip-Flops wird das schnell unangenehm. Auch in den Höhlen selbst kann es rutschig sein, vor allem wenn die Felsen durch die Brandung feucht sind.


Für Fotografen lohnt es sich, früh am Morgen oder am späten Nachmittag vorbeizuschauen. Dann steht die Sonne tiefer, die Lichtstimmung an der Steilküste ist besonders schön und es ist oft etwas ruhiger im Ort. Mittags kommen die meisten Ausflügler, dann wird es an den Restaurants und am Strand schnell voller.


Baden ist am Strand von Ajuy grundsätzlich möglich, aber nicht ungefährlich. Die Wellen sind kräftig, die Strömungen können tückisch sein. Besonders Familien mit kleinen Kindern sollten hier vorsichtig sein oder das Bad ganz bleiben lassen. Zum Spazieren, Muscheln suchen oder einfach den Blick aufs Meer genießen ist der schwarze Sandstrand aber perfekt geeignet.


Wer noch ein bisschen mehr entdecken möchte, kann den Küstenweg hinter den Höhlen weiterlaufen. Die Strecke führt Euch über die Klippen und bietet tolle Panoramablicke auf die raue Westküste Fuerteventuras. Der Weg ist nicht besonders lang, aber die Aussicht lohnt sich.

Mein Tipp: Ajuy ist kein Ort für einen ganzen Urlaubstag, aber für einen halbtägigen Ausflug oder einen gemütlichen Nachmittag ist es genau das Richtige. Die Mischung aus Natur, Geschichte und kanarischer Gelassenheit macht den kleinen Küstenort zu einem lohnenswerten Ziel, das Ihr nicht unterschätzen solltet.

Ajuy - lohnenswerter Abstecher oder nur nett fürs Foto?

Bleibt am Ende die Frage, die Ihr Euch stellt, bevor Ihr Euch auf den Weg nach Ajuy macht: Lohnt sich der Abstecher wirklich? Die Antwort hängt ein bisschen davon ab, was Ihr von Fuerteventura erwartet.


Wenn Ihr die Insel nur wegen ihrer klassischen Strände, Hotelanlagen und Sonnenliegen bereist, dann wirkt Ajuy auf den ersten Blick vielleicht etwas unspektakulär. Kein weißer Sand, keine Beachclubs, keine Souvenirshops an jeder Ecke. Stattdessen bekommt Ihr hier die raue, wilde Seite der Insel zu sehen. Schwarzer Sand, karge Felsen, tosender Atlantik und ein kleiner Ort, in dem die Zeit ein bisschen stehen geblieben ist.


Genau das macht Ajuy meiner Meinung nach aber so besonders. Es ist einer dieser Orte, die nicht für den schnellen Touristenblick hergerichtet wurden. Hier ist vieles noch so, wie es schon seit Jahrzehnten war. Die Höhlen, die Steilküste, das Fischerdorf mit seinen einfachen Lokalen wirken einfach authentisch.


Besonders wenn Ihr Lust auf ein kleines Abenteuer habt, Euch für Geologie oder Fotografie interessiert oder einfach mal abseits der typischen Routen unterwegs sein wollt, ist Ajuy absolut empfehlenswert. Die Höhlen sind beeindruckend, die Küstenlandschaft spektakulär und das Essen frisch und bodenständig.


Natürlich sollte man keine riesigen Erwartungen an Action oder Komfort haben. Ajuy ist kein Ausflugsziel, das Euch stundenlang beschäftigt. Aber für ein paar Stunden raus aus dem Alltagstrott, ein bisschen frische Atlantikluft, eindrucksvolle Fotospots und ein leckeres Essen direkt am Meer reicht es allemal.


Für mich gehört Ajuy zu den Orten, die Fuerteventura noch ein bisschen spannender machen. Vielleicht nicht das Highlight Eurer Reise, aber definitiv ein lohnenswerter Stopp auf dem Weg zu den weniger bekannten Seiten der Insel.



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Endre Lommatzsch

Hey, ich bin Endre - der Inhaber von fokus fernweh. Ich hoffe, dass ich Euch inspirieren kann, neue Orte zu entdecken und die Welt zu bereisen! Ob Ihr erfahrene Globetrotter seid oder gerade erst mit dem Reisen begonnen habt - ich hoffe, Ihr findet hier die Motivation und die Informationen, die Ihr für Eure Unternehmungen braucht!

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